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Vorsorge

Notgroschen aufbauen: So viel brauchst du wirklich

Von der SparWissen Redaktion · 2. März 2026 · 4 Min. Lesezeit

Waschmaschine kaputt, Auto in der Werkstatt, plötzlich arbeitslos — ein Notgroschen ist das finanzielle Sicherheitsnetz, das dich vor Schulden schützt. Aber wie viel brauchst du wirklich? Und wo legst du das Geld am besten an?

Die Faustregel: 3-6 Netto-Monatsgehälter

Die gängige Empfehlung lautet 3-6 Monatsgehälter (netto) als Notgroschen. Aber nicht jeder braucht gleich viel. Deine persönliche Zahl hängt von deiner Lebenssituation ab.

SituationEmpfehlungBeispiel (2.500 € netto)
Single, festangestellt, keine Kinder3 Monatsgehälter7.500 €
Paar, beide berufstätig, keine Kinder3 Monatsgehälter7.500 €
Familie mit Kindern4-5 Monatsgehälter10.000–12.500 €
Selbstständig / Freiberufler6+ Monatsgehälter15.000+ €
Alleinverdiener mit Familie6 Monatsgehälter15.000 €

Faustformel: Je unsicherer dein Einkommen und je mehr Menschen von dir abhängen, desto höher sollte dein Notgroschen sein.

Wo anlegen? Tagesgeld, nicht Girokonto

Der Notgroschen gehört auf ein Tagesgeldkonto — nicht auf dem Girokonto (wo er zu leicht ausgegeben wird) und nicht in ETFs oder Aktien (wo er im falschen Moment an Wert verlieren kann).

Tagesgeldkonten bieten aktuell 2,5-3,5 % Zinsen, das Geld ist jederzeit verfügbar, und es ist durch die Einlagensicherung bis 100.000 € geschützt. Das ist genau der richtige Ort für Geld, das du im Notfall sofort brauchst.

Wie anfangen, wenn wenig Geld da ist?

Du musst nicht sofort 10.000 € auf die Seite legen. Fang klein an — Hauptsache, du fängst an.

Schritt 1: Richte einen Dauerauftrag ein. Auch 50 € im Monat sind ein Anfang. Nach einem Jahr hast du 600 €, nach zwei Jahren 1.200 €.

Schritt 2: Nutze Einmalzahlungen. Steuererstattung, Weihnachtsgeld, Geburtstagsgeld — alles was "extra" reinkommt, geht direkt auf das Tagesgeldkonto.

Schritt 3: Erhöhe schrittweise. Wenn du eine Gehaltserhöhung bekommst, erhöhe den Dauerauftrag um die Hälfte der Differenz. Du merkst es kaum, aber der Notgroschen wächst deutlich schneller.

Die häufigsten Fehler

Fehler 1: Kein separates Konto. Wenn der Notgroschen auf dem Girokonto liegt, wird er früher oder später für den Urlaub oder ein neues Handy ausgegeben. Ein eigenes Tagesgeldkonto schafft eine psychologische Barriere.

Fehler 2: Zu viel auf einmal. Wer versucht, in 3 Monaten 10.000 € zu sparen, gibt frustriert auf. Lieber 12-24 Monate mit realistischen Beträgen planen.

Fehler 3: Den Notgroschen investieren. ETFs und Aktien schwanken. Wenn du den Notgroschen genau dann brauchst, wenn die Märkte 30 % im Minus sind, hast du ein Problem. Der Notgroschen ist kein Investment — er ist eine Versicherung.

Fazit

Ein Notgroschen ist das Fundament jeder gesunden Finanzplanung. Bevor du investierst, bevor du Schulden tilgst, bevor du irgendetwas anderes mit deinem Geld machst — bau dir ein Sicherheitsnetz auf. Es wird der Tag kommen, an dem du froh bist, es zu haben.